Autor Thema: PG 2013 nun in Begutachtung  (Gelesen 1640 mal)

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Offline G. Kollmann

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PG 2013 nun in Begutachtung
« Beitrag #1 am: Mo, 27.05.2013 | 18:09 Uhr »
Nun ist es doch soweit: Das neue Psychologengesetz ist seit 27.05.2013, in Begutachtung, unter http://tinyurl.com/PsyG2013 können Sie den Gesetzestest und die Erläuterungen herunterladen. Wir werden als Berufsvertretung natürlich Stellung dazu nehmen, allerdings können auch Einzelpersonen eine Stellungnahme unter dem normierten Betreff „PG 2013“ per E-Mail spätestens bis zum 24.06.2013 an IIA3@bmg.gv.at sowie zusätzlich an die Adresse des Präsidiums des Nationalrats begutachtungsverfahren@parlament.gv.at senden.

Die Begutachtungsfrist ist also auf vier Wochen begrenzt und endet am 24.06.2013, es ist dennoch fraglich, ob die Beschlussfassung noch in dieser  Legislaturperiode möglich sein wird. Ein wesentlicher Schritt zum neuen Psychologengesetz ist damit aber auf jeden Fall getan.

Einiges wird sich durch dieses Gesetz ändern, einiges  - Grundsätzliches - bleibt gleich. Wir haben die Grundzüge des neuen Gesetzes bereits dargestellt, einige wichtige Änderungen wollen wir kurz skizzieren.

•   Das Psychologengesetz regelt weiterhin das Führen des Titels Psychologe/Psychologin und die Berufsausübung der GesundheitspsychologInnen und Klinischen PsychologInnen. Die Voraussetzungen zum Führen der Bezeichnung Psychologin / Psychologe werden an die neue Studienarchitektur angepasst, es ist aber weiterhin ein Studium im Ausmaß vergleichbar einem Diplomstudium notwendig - ein Bachelor- und ein Masterabschluss in Psychologie ist also die Voraussetzung.

•   Die Berufsumschreibung wird präzisiert, eine klarere Abgrenzung zu anderen Berufsgruppen und eine bessere Verankerung im Gesundheitswesen sollten dadurch erleichtert werden.

•   Es soll außerdem die Möglichkeit geben, bis zu vier Spezialisierungen anzugeben, die in den Listen des Gesundheitsministeriums angeführt werden. Voraussetzungen sind eine zweijährige einschlägige Berufsausübung und ein Weiterbildungscurriculum  bzw. eine fünfjährige einschlägige Berufsausübung. Die Ausbildung (Curriculum und praktische Ausbildung) wird an allgemeine Qualitätsstandards angepasst und soll in Zukunft auch mit  einer kommissionellen Prüfung abgeschlossen werden.

Das neue Gesetz wird einige neue Regelungen beinhalten, die längst fällige Adaptierungen an andere bereits bestehende gesetzliche Regelungen darstellen bzw. in anderen Berufsgesetzen bereits umgesetzt sind, ebenso einige Regelungen, die sich durch aktuelle EU-Richtlinien ergeben.

•   So ist nun eine Haftpflichtversicherung für alle PsychologInnen verpflichtend, wobei eine Mindest-Versicherungssumme von € 400.000 und bei Personenschäden von 2 Millionen Euro besteht. Wesentlich dabei ist, dass es nun nicht mehr möglich ist, im Rahmen einer sog. Umbrella-Versicherung als gesamte Gruppe versichert zu sein. Das bedeutet, dass alle KollegInnen eine Einzelpolizze benötigen und der Versicherungsvertrag unabhängig von einem bestimmten Beschäftigungsverhältnis bzw. einer Mitgliedschaft zu einem Verein bestehen und auch bei einem Wechsel aufrecht bleiben muss.

•   Neu ist weiters, dass alle in die Listen des Ministeriums eingetragenen GP & KP alle fünf Jahre nachweisen müssen, dass sie ihrer Verpflichtung zur Fortbildung - die ja jetzt schon besteht - auch nachgekommen sind, und zwar innerhalb von fünf Jahren im Ausmaß von 150 Stunden.

•   Die Dokumentationspflicht wird nun explizit geregelt, auch hinsichtlich der Vorgangsweise bei Erlöschen der Berufsberechtigung bzw. im Falle des Todes einer GP bzw. KP.

•   Es wird weiterhin einen Psychologenbeirat geben, dessen Besetzung wird sich aber ändern, es soll sich v.a. um ein Expertengremium handeln,  wobei sich der Aufgabenbereich  zum Teil ändert und zum Teil präzisiert wird.

Laut Begutachtungstext soll das Psychologengesetz mit 01.07.2014 in Kraft treten, einzelne Bestimmungen - so über die Haftpflichtversicherung - allerdings schon am 23.10.2013. Über Übergangsregelungen und Fristen werden wir Sie noch gesondert informieren.

Wir haben Sie bereits zur Informationsveranstaltung mit Frau MR Dr. Paula Lanske am 06.06.2013 um 17:00 Uhr im Hotel IBIS Wien Mariahilf | Mariahilfer Gürtel 22 – 24 | 1060 Wien eingeladen, welche den beruflichen Rahmenbedingungen im Lichte aktueller gesetzlicher Entwicklungen gewidmet ist. Da Frau Dr. Lanske als zuständige Juristin auch die Verfasserin des neuen Psychologengesetzes ist, haben wir nun die Möglichkeit, uns aus erster Hand über das neue Psychologengesetz und die Konsequenzen für unsere Berufsgruppe informieren zu lassen.
« Letzte Änderung: Fr, 14.06.2013 | 19:48 Uhr von G. Kollmann »
Gerald Kollmann
Foren-Admin